Eine Einführung

Stress – was ist das eigentlich?

Noch vor 50 Jahren kannte kaum jemand dieses Wort. Heute besteht kein Zweifel mehr daran, dass Stress zu den wichtigsten gesundheitlichen Risikofaktoren zählt, mit denen Menschen in den modernen westlichen Gesellschaften konfrontiert sind.

So verwundert es nicht, dass der Stressbegriff inzwischen einen derart durchdringenden Eingang in die Alltagssprache gefunden hat wie wohl nur wenige Begriffe aus der Wissenschaft. Da ist die Rede nicht nur vom Stress am Arbeitsplatz, sondern auch vom Stress in der Schule und sogar im Kindergarten. Es gibt Leistungs–, Beziehungs– und sogar Freizeitstress bis hin zum Stress im Krankenhaus, im Straßenverkehr und selbst im Urlaub. Es gibt kaum einen Bereich in unserem Leben, der nicht mit diesem Begriff assoziiert wird. Stress – so scheint es – beherrscht unser Leben. „Ich bin gestresst!“ oder „Ich bin im Stress!“ sind vielfach geäußerte wie gehörte Antworten auf die Frage nach dem persönlichen Befinden.

Nach einer Studie der pronova BKK sind 2018 bereits 87 % der Deutschen gestresst, jeder Zweite glaubt, von Burnout bedroht zu sein. Sechs von zehn Befragten klagen zumindest gelegentlich über typische Burnout-Symptome wie anhaltende Erschöpfung, innere Anspannung und Rückenschmerzen.

Quelle: pronova BKK

Stress wird auch immer häufiger als Erklärung für unterschiedlichste Beeinträchtigungen des körperlichen und seelischen Wohlbefindens herangezogen (das kommt vom Stress). Und manchmal dient der Hinweis „ich bin im Stress!“ auch dazu, eigenes Fehlverhalten sich selbst und anderen gegenüber zu entschuldigen und einer kritischen Auseinandersetzung mit sich und anderen aus dem Weg zu gehen.

Nicht selten schließlich mischt sich in die Klage über ein zu viel an Stress ein Unterton von Stolz mit. Hier wird Stress zu einem Zeichen der Wichtigkeit und Bedeutsamkeit der eigenen Person, zu einem Statussymbol, dass Anerkennung von anderen verspricht.

Was aber ist Stress überhaupt?

Wodurch wird er ausgelöst und wie macht er sich bemerkbar?

Zunächst die Definition:

Als Stress im gesundheitspsychologischen Sinne bezeichnet man eine körperliche und psychische Reaktion eines Menschen auf eine für nicht bewältigbar wahrgenommene Situation.

Eigentlich ist Stress eine nützliche Reaktion auf besonders herausfordernde Situationen: Wenn es brenzlig wird, schaltet der Körper auf Flucht oder Angriff um. Er beschleunigt den Puls und die Atmung, schärft die Sinne und spannt die Muskeln an. Stresshormone sorgen in kürzester Zeit dafür, dass wir hellwach und aktiv sind.

Diese Fähigkeit hat sich evolutionär entwickelt und kann überlebenswichtig sein: beim Angriff eines wilden Tiers, bei einem Feuer oder einer gefährlichen Situation im Straßenverkehr. Auch für Sportler oder Künstler ist die Stressreaktion im richtigen Moment förderlich: Lampenfieber vor dem Wettkampf oder dem Auftritt sorgt dafür, dass wir Höchstleistungen bringen können. Ein wenig Stress ist also gar nicht so schlecht und hilft uns dabei, gute Leistungen abzurufen, die uns vorwärtsbringen und unser Selbstbewusstsein stärken. Wichtig ist aber: Nach einer Stresssituation muss immer eine Entspannungsphase folgen.

Quelle: https://selpers.com/blog/was-ist-eigentlich-stress/

Bei jedem Stressgeschehen lassen sich grundsätzlich immer drei Aspekte voneinander unterscheiden. Nehmt Euch nun bitte einen Moment Zeit, um einmal über euer ganz persönliches Stresserleben nachzudenken.

Anregung zur Selbstreflektion:

Stress – was ist das eigentlich? Die folgenden drei Satzanfänge sollen euch dabei helfen, eure Gedanken zu ordnen. Bitte ergänzt jeden der drei Sätze so, wie es eurem persönlichen Stresserleben entspricht.

  • Ich gerate in Stress, wenn …
  • Wenn ich im Stress bin, dann …
  • Ich setze mich selbst unter Stress indem …

Wenn ihr mehr über euer persönliches Stresserleben wissen möchte und vor allem, wie ihr mit wenig Aufwand nützliche Tipps und Techniken problemlos in euren Alltag integrieren könnt, dann besucht mich gerne in meinem Seminar: NIE WIEDER GESTRESST – DIE GESUNDHEITSOFFENSIVE.

In der nächsten Woche berichte ich über die drei Bestandteile des Stressgeschehens und was wir dagegen tun können.

Bis dahin herzliche Grüße

Rainer Kapellen

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